Das perfekte Geschenk

Damen-Oberliga: TV Borken feiert gegen Düsseldorf zweiten Sieg – und den Trainer

 

Eigentlich wurde Andreas Stolz gestern nur um ein Jahr erwachsener. Seine Oberliga-Damen ließen den Trainer des TV Borken in der Schlussphase womöglich aber gleich um ein paar Jahre mehr älter werden. Die Borkener Herren gewannen am Samstag ihr Derby in Bocholt.

 

Alles andere als Geleitschutz geben in dieser Szene die Düsseldorferinnen Kristina Luks (links) und Carola Frede (rechts) den Borkenerin Teresa Stroick bei ihrem Vorstoß.

Tief atmetet der nun 55-Jährige nach der Schlusssirene durch und stellte beim Blick auf die Anzeigetafel fest. „Das war ein schönes Geschenk zu meinem Geburtstag.“ Beim 22:18 (10:9) gegen Fortuna Düsseldorfs Zweite hatten die TVB-Damen den zweiten Saisonerfolg dingfest gemacht. Und dem Klub damit im Abstiegskampf eine Beruhigungspille verabreicht. Überragende Akteurin war Lena Swoboda, die die Angelegenheit gegen die Fortuna mit ihren acht Treffern fast im Alleingang erledigte.

Die ersten zehn Minuten hatten den Gastgeberinnen gehört, die mit 5:2 in Führung gingen. Die zweiten zehn Minuten den Düsseldorferinnen, die beim 6:6 ausgleichen konnten. Also ging‘s nach 20 Minuten wieder von vorne los – in einer nervös geführten Partie.

So richtig Drall aber bekam diese Begegnung erst im zweiten Durchgang, als Borken eine knallharte Verteidigungslinie fuhr und die Rheinländerinnen an den Rand der Verzweiflung brachte. Über ein 15:10 (40.) zog der TVB bis auf 20:12 (50.) davon. Auch von der Einwechslung einer siebten Düsseldorfer Feldspielerin ließ sich Borken nicht irritieren. Nur zwölf Gegentore in 50 Minuten, das ist eigentlich die Bilanz eines Spitzenteams. Den Unterschied zu einem solchen aber offenbarte der Ligavorletzte in den Schlussminuten, als der Schlendrian einkehrte, Düsseldorf Tor für Tor aufholte, bis auf drei Treffer (18:21) wieder dran war. Eine Aufholjagd, die für den TV Borken aber folgenlos blieb.

TV Borken: Bruckmaier, Heimann (Tor); Swoboda (8), Hörnemann (5), Heidt (3/3), Milsom-van de Loecht (3), Lechtenberg (2), Brun (1), Hövelbrinks, Torgnes, Finke, Möllmann, Stroick, Thiery

 

Landesliga Herren

 

Mitglied des Spitzentrios bleibt der TV Borken auch nach dem siebten Spieltag. In geografischer Nachbarschaft gelang dem Landesligisten beim TSV Bocholt ein 39:30 (21:14)-Sieg.

„Wir haben souverän gewonnen. Wir müssen jedoch auch die 30 Gegentore ansprechen. Das sind zu viele“, sagte Borkens Trainer André Slawski nach einem Duell, in dem sich der Gast nach einer Viertelstunde mit 5:8 im Hintertreffen sah. Slawski wechselte den Torhüter, brachte für Frederic Schwital Volker Rensing. Und der sollte sich zu einer bärenstarken Leistung aufschwingen. Beim 13:13 glich Borken aus und zog dann bis auf eine beruhigende 20:13-Führung davon. Längst konnte Slawski auf seiner Bank Platz nehmen, seine Stimme schonen, als der Gast im zweiten Durchgang Bocholt mit bis zu zehn Toren (36:26) auf Distanz hielt.

Bestnoten verdienten sich neben Rensing auch Sebastian Spangemacher, Max Horbach und der junge Marcel Beckmann. Und von der Siebenmeter-Markierung war Florian Fellmann eine Bank. Er versenkte all‘ seine sechs Versuche.

TV Borken: Rensing, Schwital (Tor); Spangemacher (6), Fellmann (6/6), Arndt, Beckmann (je 5), Horbach (4), Westheider (3) L. Kirchner, Frese, Heling, Finke (je 2), Feldevert, Wienand (je 1)