Besonderes Jubiläum für Beckmann

Borkener Ausdauersportler absolviert seinen 250. Langstreckenlauf

 

Mit dem Bergischen Wuppermarathon über 50 Kilometer Länge inklusive 1700 Höhenmetern absolvierte der Borkener Ausdauersportler Stefan Beckmann bereits seinen 250. Langstreckenlauf.

 

Bei Ultra-Langläufen geht es für Beckmann und seine Mitstreiter auch schon mal ins Gebirge.

BORKEN. Seinen Jubiläumslauf absolvierte der Borkener Ausdauersportler Stefan Beckmann beim Bergischen Wuppermarathon. Der gilt mit über 50 Kilometern Länge inklusive 1700 Höhenmetern inzwischen als „Klassiker“ der Laufszene zum Jahresabschluss und hat es auf Grund seiner Topografie besonders in sich.

 

Der Lauf hat keinen Wettkampfcharakter, sondern wird ohne Zeitnahme in Gruppen gelaufen. Da die Strecke nicht markiert wird, müssen sich die Teilnehmer einem „Guide“ anschließen, der den Streckenverlauf kennt. Als erfahrener Ultraläufer übernahm Stefan Beckmann vom TV Borken die Führung der Gruppe. Da nach und nach neben den Ultraläufern auch noch die Marathonis und die 25 km- Läufer hinzustießen, wuchs die Anzahl der Athleten auf fast 300 Mitläufer an. „Diese riesige Gruppe zu führen war schon eine harte Nummer. Das Läuferfeld zog sich enorm auseinander und vorne wusste man nicht, wie es hinten aussah“, so Beckmann. Letztendlich kamen aber alle wohlbehalten im Ziel an. Für den Kreisstädter war es ein ganz besonderer Lauf zum Jahresende. Er bestritt nämlich in Wuppertal seinen inzwischen 250. Marathon bzw. Ultramarathon. Hiervon waren 100 Wettkämpfe über die klassische Marathondistanz von 42,2 Kilometern, die übrigen 150 Läufe gingen teilweise deutlich über die Marathondistanz hinaus. 35 Läufe waren länger als 100 Kilometer und 13 Rennen sogar länger als 200 Kilometer. Rein ergebnistechnisch stehen für den TVB-Athleten aktuell zehn Marathon-/Ultramarathon-Siege und acht zweite Plätze zu Buche.

 

Mit dem Laufen angefangen hat Beckmann erst im Jahr 2003. Inzwischen hat der 59-Jährige aber bereits 17.900 Wettkampfkilometer hinter sich und zudem über 60.000 Trainingskilometer abgespult. Im Jahr 2013 wurde der Borkener dann sogar Deutscher Mannschaftsmeister im 50 Kilometer-Lauf, außerdem hat er bereits dreimal den Trans Alpine Run erfolgreich gefinished. Eines der faszinierendsten Lauferlebnisse war der Berliner Mauerweglauf über 161 Kilometer. Glücklicher Zufall war, dass der Veranstalter einen Begleitläufer für den blinden Anton Luber aus Nürnberg suchte. Beckmann sagte spontan zu. Das Duo traf sich erst zehn Minuten vor dem Start und hatte kaum Zeit, die benötigten Kommandos abzustimmen. „Was für ein Wahnsinn! Ich musste noch nie so hochkonzentriert laufen. Jede Bodenwelle, Bordsteinkante, Gullydeckel und Poller mussten punktgenau angesagt werden. Und Anton lief wie auf Schienen, kaum zu glauben“, erinnert sich der Borkener noch gerne.

 

Das absolute Highlight in seiner Karriere war für Beckmann der „Goldsteig Ultra Race“ zwischen Marktredwitz und Passau (661 Kilometer) im Jahr 2014. Insgesamt kämpfte sich der Kreisstädter bis zu Kilometer 494, danach war aber Schluss. Sein Schienbein hatte sich so entzündet, das nichts mehr ging. Auf dem zweiten Platz liegend musste er schweren Herzens aussteigen, am Ende stand aber immerhin noch Rang zehn in der Gesamtwertung zu Buche. Eine Platzierung, die für Beckmann nebensächlich war: „Viel wichtiger war, dass die mit dem Lauf verknüpfte Spendenaktion zu Gunsten von Waisenkindern in Tansania am Ende 8550 Euro einbrachte.“

 

„Der für mich eindeutig größte sportliche Erfolg war meine erfolgreiche Teilnahme am Millenium Quest German Cup 2014/15“, erzählt Beckmann. Bei dieser Ultra-Laufserie gilt es, innerhalb eines Jahres die vier längsten Ultraläufe Deutschlands zu absolvieren: Hexenstieg Ultra (4500 Höhenmeter, 219 Kilometer), TorTour de Ruhr (1000 Hm, 230 km), Jurasteig Nonstop Ultratrail (7900 Hm, 239 km) und WiBoLT-Rheinsteig (11700 Hm, 320 km). Das ist bisher überhaupt erst 15 Athleten weltweit gelungen. Einer davon ist Stefan Beckmann!