Borken reißt das Ruder gegen Homberg herum

Handball-Landesliga: Nach dem 31:27-Erfolg ziehen die Gastgeber in der Tabelle am Gegner vorbei

 

Nach den 60 Minuten stimmte aus Sicht des TV Borken das Resultat im fünften Saisonspiel. Trotzdem blieben für Landesliga-Trainer André Slawski einige Wünsche offen beim 31:27 (15:15)-Erfolg gegen den VfB Homberg II. Aber auch er weiß: Vielleicht sind es gerade solche Siege, bei denen spielerisch lange wenig funktioniert, besonders wertvoll. Weil sie zeigen: Es lohnt sich das Kämpferherz auszupacken.

 

Zum Tanz am Kreis bittet der Homberger Andreas Murmann (links) den fünffachen Borkener Torschützen Lukas Kirchner.

„Wir waren am Anfang gedanklich immer etwas langsamer als der Gegner“, stellte Slawski nach dem dritten Triumph in dieser Spielzeit sachlich fest. Dabei hatte es ihm am Anfang die Zornesröte ins Gesicht getrieben beim Anblick der Darbietung seines Teams. Da drohte etwas komplett aus dem Ruder zu laufen als Homberg mit 5:3 führte (7.), Slawski eine Auszeit nahm, sein Team mit klaren Worten ins Gebet nahm. Da lief wenig zusammen vor dem gegnerischen Tor. Einzelaktionen, überhastete Abschlüsse, Konzentrationsmängel. Dass Sebastian Kass bei einem 9:12-Rückstand (20.) einen Siebenmeter etwa einen Meter über den gegnerischen Kasten setzte, passte da ins Bild. Und in die TVB-Abwehr rissen die Gäste Löcher mit für Slawski nicht zu akzeptierenden Ausmaßen.

Erst dann fanden die Gastgeber zu sich, verwandelten einen 10:13-Rückstand binnen fünf Minuten in eine 14:13-Führung (28.). Aber erst nach dem Seitenwechsel sollte den Kreisstädtern die Wende zum Besseren vollends gelingen. Genauer gesagt 13 Minuten vor dem Ende, begünstigt durch einen stark aufspielenden Max Horbach über rechts und einen wurfgewaltigen Sebastian Spangemacher aus dem Rückraum. Zusammen sorgten sie für 13 Tore. Begünstigt aber auch durch viele Zeitstrafen, inklusive zweier Roter Karten, die sich die linksrheinischen Duisburger einfingen. Horbach brachte die Hausherren in der 49. Minute mit seinem Tor zum 24:21 erstmals mit drei Toren in Front, Spangemacher setzte gleich noch einen drauf. Der Homberger Widerstand war damit gebrochen. Daran konnte auch deren starker Rückhalt im Tor, Julian Seemann, nichts mehr ändern. Und bei den Borkenern lief’s plötzlich wie am Schnürchen. Ganz so, als ob es diese dürftige erste Halbzeit nie gegeben hätte. Lukas Kirchner baute sechs Minuten vor dem Ende Borkens Führung gar auf sechs Tore aus (30:24), ehe der Gast noch Ergebniskorrektur betreiben konnte. „Das war zwar kein überzeugender Sieg“, sagte Slawski das, was die Zuschauer in der Mergelsberg-Halle am Sonntagmorgen ebenfalls gesehen hatten. „Aber am Ende zählt das Ergebnis. Und das ist für uns ein positives.“

TV BORKEN: Rensing, J. Kirchner, Schwital (Tor); Horbach (7), Spangemacher (6), L. Kirchner (5), J. Slawski (4/2), Arndt (3), Kass (3/1), Frese (2), Beckmann (1), Wienand, Feldevert, Gesing