Der Spitzenreiter ist nicht kleinzukriegen

Handball-Landesliga: 25:27 – nach einem packendem Derby reißt Borkens Heimserie

Als die Gäste im Kreis hüpften, sich als Derbysieger im Chor feierten, gestand Borkens Trainer André Slawski ebenso so zähneknirschend wie fair ein: „Am Ende hat die gehobenere individuelle Klasse gewonnen.“ Unmittelbar zuvor mussten er und sein Landesligist die 23:25 (14:13)-Niederlage gegen den HCTV Rhede registrieren. Dahin ist sie damit, die makellose Borkener Heimserie, die sich weit über eine Saison hinaus streckte. Aber gegen diesen Gegner aus der geographischen Nachbarschaft, der in der Tabelle aber nun elf Plätze vor dem TV Borken rangiert, war eben kein Kraut gewachsen.

Nichts für Warmduscher war das Landesliga-Derby. Hier duellieren sich Rhedes Jan Niklas Dalhaus (links) und Borkens Sebastian Kass am Kreis. Johann Slawski (rechts) liegt bereits am Boden.

Und das, obwohl es letztlich nur Kleinigkeiten waren, die über Sieg und Niederlagen entschieden. Slawski sagte es so: „Uns sind in den entscheidenden Phasen Dinge passiert, die nicht passieren dürfen.“ Und damit meinte er diese wenigen Abspiel- und Fangfehler, diese kleinen Unkonzentriertheiten, die Rhede weitgehend unterließ. Im Großen und Ganzen nämlich duellierten sich gestern Morgen zwei Kontrahenten, denen man beiden den Sieg zugetraut hätte. Was der Spielstand auch gut drei Minuten vor Schluss dokumentiert. 25:25 stand’s da, ehe die Waagschale zu Gunsten des Gastes aus Rhede kippte.

Es war der Showdown einer Begegnung, in der die Teams keine Anlaufphase brauchten. Beide waren sofort da, bekämpften sich intensiv und leidenschaftlich. Sebastian Kass, Florian Fellmann und Leon Arndt hatten die aufbrausenden Hausherren mit 3:0 in Front gebracht. Rhede reagierte, war beim 8:8 (22.) auch ergebnistechnisch wieder auf Augenhöhe.

Richtig packend war diese Partie in der gut besuchten Mergelsberg-Halle, in der sich aber auch in der zweiten Hälfte kein Team davonschleichen konnte. Bis zur 38. Minute, als Borken eine gefährliche Phase zu überstehen hatte. 19:17 lag Rhede in Front. Mit Ballbesitz. Der starke Volker Rensing im TVB-Tor aber parierte. Im Gegenzug war der lange Marcel Beckmann erfolgreich, der im zweiten Durchgang fünf seiner sieben Treffer markierte. Er war es auch, der in der 52. Minute den erneuten Ausgleich für Borken herstellte (24:24) und damit eine dramatische Schlussphase einläutete. Mit dem besseren Ende für den Gast, der damit auch das dritte Saisonspiel gewann.

TV Borken: Rensing, J. Kirchner (Tor); Beckmann (7), L. Kirchner Horbach (je 5), Kass (3), Arndt (2), Reindl, Fellmann (je 1/1), J. Slawski (1), Gesing, Wienand, Frese