Der Vizemeister steckt sich neue Ziele

Handball: Verbandsliga-Damen des TV Borken nehmen wieder den Ball in die Hand / Fünf Abgänge

 

Die „Normalität“ ist das Sehnsuchtsziel vieler Sporttreibender, natürlich auch in der Handball-Abteilung des TV Borken. Ein Stückchen mehr davon bekam der Branchenprimus unter den Damen im Kreis am Dienstag zurück. Der Verbandsligist des Trainergespanns Michele Grimmelt und Jörg Levermann kehrte zurück ins Teamtraining unterm Dach.

 

Beschäftigte über viele Jahre im Trikot des TV Borken gleich zwei Gegenspielerinnen: Annemarie Saltapidas (rechts) gehört nun dem erfahrenen Quintett an, das dem Verbandsligisten in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften bildeten den behördlich vorgeschriebenen Rahmen. Aber immerhin gilt seit Montag, dass nicht nur Kontaktsport in der Halle wieder erlaubt ist, sondern auch, dass dabei gleichzeitig zehn Sportler aktiv werden dürfen. Und mehr Freiheiten in Sachen Lockerungsmaßnahmen brauchte das Team auch gar nicht. Denn ein Drittel des 15-köpfigen Kaders, der am 8. März sein letztes Spiel bestritt und dabei die HSG Alpen/Rheinberg mit 40:24 aus der Mergelsberg-Halle fegte, fehlte am Mittwoch. Und das dauerhaft.

„Das ist schon extrem heftig. Diese Abgänge sind schwerwiegend“, sagt Levermann über Eva Westheider, Astrid Heidt, Annemarie Saltapidas, Fabienne Lechtenberg und Isabell Spangemacher. Sie beenden allesamt ihre größtenteils langen Karriere in der ersten Mannschaft, möchten sich künftig mehr dem Privatleben widmen und bevorzugt in der neu gegründeten dritten Damen-Mannschaft des TV Borken in der Kreisliga zum Ball greifen möchten. Allenfalls noch zur Aushilfe stehen sie für die Erste parat. Planen aber können die Trainer nicht wirklich mit ihnen.

„Wir stehen also vor einem tiefgreifenden Umbruch“, sagt Levermann und gesteht: „Wir hatten gehofft, dass wir den Übergang etwas fließender gestalten könnten.“

Dessen Mannschaft hatte zuletzt zweimal Platz zwei in der Verbandsliga belegt und jetzt – nach der Corona-Saison – nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz im direkten Vergleich mit der SG Überruhr III die Rückkehr in die Oberliga verpasst.

Einher mit den personellen Verlusten des Verbandsligisten gehen die Ambitionen des TV Borken. Der Coach sagt: „Zugegeben: Es hört sich komisch an für ein Mannschaft, die zweimal Vizemeister wurde. Aber für uns geht’s in der kommenden Saison einfach nur um den Klassenerhalt.“ Gleichwohl entdeckt Levermann aber auch Chancen, die in diesem gewissen Neuanfang stecken: „Die Gegner werden uns kaum noch wiedererkennen. Wir sind unberechenbarer. Und auch auf die spielerische Variabilität werden wir im Training nun besonderen Wert legen.“

Als „höchst erfreulich“ bezeichnet Levermann die Tatsache, dass Torfrau Sabine Bruckmaier nach ihrer Corona-bedingt abgebrochenen Weltreise der Mannschaft wieder zur Verfügung steht. Aus der eigenen A-Jugend rückt Luisa Hörnemann hoch in die Erste, aus der Zweiten Maike Weitenberg und Johanna Künstler.

Bis wann die Trainer ihre Mannschaft zu einer wettkampftauglichen Einheit geformt haben müssen, das wissen sie nicht. Auch nicht, ob und wann die mündlich vereinbarten Vorbereitungsspiele gegen Bocholt, Biefang, Düsseldorf und Wettringen stattfinden können. Der Verband hat den Ligastart für Ende August terminiert. Was eher ein Wunsch sein dürfte und nicht der Realität entsprechen wird.

Aber immerhin darf nun endlich wieder trainiert werden. Levermann sagt: „Das wurde auch Zeit. Es kribbelt wieder!“