Ende gut, alles gut gegen den Aufsteiger

Handball-Landesliga: TV Borken siegt mit 34:28

 

Mit einem Zaubertor in der Schlusssekunde beendete Leon Arndt gestern morgen den Landesliga-Spuk in der Mergelsberg-Halle, der in der ersten Hälfte aus Sicht des Gastgebers gruselige Formen anzunehmen drohte. „Ich bin in der Pause fast verrückt geworden. Die Kabine hat gewackelt“, sagt André Slawski nach dem Duell seines TV Borken mit dem TV Biefang, dass am Ende doch noch ein gutes Ende für die Hausherren fand. Nach einem 11:14-Rückstand beim Seitenwechsel gewannen die Gastgeber letztlich noch klar mit 34:28. „Natürlich sind das zu viele Gegentore. Aber wir haben sechs Tore mehr erzielt. Das ist entscheidend. Meine Mannschaft hat ihre Leistung in der zweiten Halbzeit deutlich angehoben.“

 

Nur sechs Minuten brauchte der TV Borken, um beim 17:16 die Führung an sich zu reißen. Die Hausherren waren nun von der Konzentration her wieder auf der Höhe, packten in der Abwehr zu, vollendeten ihre Angriffe, spielten plötzlich wieder Handball. Fast jeder Wurf ein Treffer. Bereits zehn Minuten vor Schluss war diese Begegnung entschieden. Eine 24:23-Führung verwandelten Sebastian Kass, Leon Arndt, Lukas Kirchner, Marcel Beckmann und nochmal Kass binnen drei Minuten in eine 29:23-Führung um. „Kompliment ans Team“, sagte Slawski schließlich – nach dem zweiten Erfolg in dieser Spielzeit, der einer des Willens war.

 

TV Borken: V. Rensing, J. Kirchner (Tor); Arndt (7/1), Horbach (6), L. Kirchner (5), Wienand, Beckmann, Kass (je 4), J. Slawski (2), Gesing, Hendrischk (je 1), Kersting

In die Zange genommen wird hier der Borkener Lukas Kirchner (Mitte) von den Biefangern Fabian Klein und Julian Bongers (rechts). Auch Kirchner steigerte sich in der zweiten Halbzeit und kam letztlich zu fünf Treffern beim zweiten Borkener Saisonerfolg

Ende gut, alles gut. Aber, dass dem TV Borken eine Führungpersönlichkeit fehlt, die in hektischen Phasen das Team mit seiner Ruhe ansteckt, war offenkundig. 9:5 und 11:8 lag Borken in Front, ehe es bei den Gastgebern drunter und drüber ging. Sie versuchten unmögliche Pässe an den Kreis, warfen aus wenig aussichtsreichen Positionen und vernachlässigten die Abwehrarbeit. Der Aufsteiger musste sich nicht mal steigern, um die Partie zu drehen. Und weil dem TV Borken in den acht Minuten vor der Pause kein Treffer mehr gelingen sollte, übernahm Biefang zur Halbzeit kurzerhand die Führung (14:11).

Slawskis anschließende Standpauke unter der Tribüne aber verfehlte ihre Wirkung nicht. Angestachelt, siegeshungrig, fast wütend kam seine Mannschaft zurück aufs Feld, nahm die Zügel in die Hand und den Gast mit auf einen wilden Ritt durch die zweiten 30 Minuten.