Eva Brun löst Borkens Torlawine gegen Kaldenkirchen aus

Handball: Verbandsliga-Damen und Landesliga-Herren des TVB gewinnen

 

Sie nehmen ihre Sache ernst, ihren vom Trainerduo erteilten Auftrag, nicht irgendwo mittendrin zu sein, sondern oben mit dabei, erst recht. Über den bisher deutlichsten Saisonerfolg blieben die Damen von Michele Grimmelt und Jörg Levermann auch in der vierten Partie ungeschlagen.

 

Sie war einmal mehr die Speerspitze des Borkener Angriffs: Eva Brun (rechts), die hier Kaldenkirchens Luisa Engels davoneilt, erzielte zehn der 29 Treffer des Gastgebers.

Am Sonntag war der TSV Kaldenkirchen Leidtragender der Borkener Wucht. Mit 29:10 (15:10) siegten die Gastgeberinnen, die den Gast aus dem Kreis Viersen nur selten mitspielen ließen.

„Das Ergebnis ist klar. Aber dahinter steckte viel Arbeit – auch in der Vorbereitung“, meinte Grimmelt nach einem Duell, in dem sein Trainerkollege Borken „wie die Feuerwehr“ sarten sah. Die Anzeigetafel gab kam kaum noch mit. Denn mit 5:0 lag der Tabellenzweite nach acht Minuten in Front. Erst nach zehn Minuten kam der Gast zu seinem ersten Treffer.

Der TV Borken traf aus allen Lagen, profitierte im Angriff von der zögerlichen Gästeabwehr und vor allem von einer Eva Brun. Über die gesamten 60 Minuten in der Mergelsberg-Halle erzielte sie zehn Treffer – und damit über ein Drittel der Borkener Tore. An ihr alleine den Triumph festzumachen, würde der Sache jedoch nicht gerecht. Denn die Speerspitze des Angriffs der Kreisstädterinnen profitierte bei ihren schnellen Vorstößen auch immer wieder von Ballgewinnen ihrer Kolleginnen.

Mit 13:5 lag Borken in Front (22.), ehe sich „der Schlendrian“ (Levermann) zum Team gesellte. Den Gegner auf Distanz zu halten, fiel Borken aber nicht wirklich schwer. Vor allem weil sich Kaldenkirchens Torschützin vom Dienst Luisa Engels an der TVB-Abwehr die Zähne ausbiss, früh frustriert wirkte – und nur auf drei Tore kam. Und auch nach dem Seitenwechsel kannte Borken keine Gnade gegen Gäste, denen man zugute halten muss, dass sie trotz der aussichtslosen Situation nie aufsteckten.

Borkens Spiel hatte System. In Ballbesitz lief das Spielgerät bisweilen extrem flüssig durch die eigenen Reihen. Und hinten prallte selbiges meist spätestens an Borkens Torhüterin Sabine Bruckmeier ab. Auch die Außenpositionen wurden ins Spiel des Gastgebers geschickt mit einbezogen. Mit Sandra Tepfert aus der zweiten Mannschaft schickten die Trainer auch eine Nachwuchsakteurin ins Verbandsliga-Feier – ohne, dass die Wechselspiele einen Qualitätsverlust nach sich zogen.

Zwischen der 51. und 58. Minute zog der Spiel-Dominator das Tempo dann nochmal spürbar an, erzielte fünf Treffer am Stück, zog bis auf 29:18 davon. Und er holte dabei zeitweise den Zauberstab raus. Die Entscheidung gegen überforderte Gäste war im Grund genommen jedoch schon in den ersten acht Minuten gefallen.

TV Borken: Bruckmaier (Tor); Brun (10/1), Milsom-van de Loecht (7), Hörnemann (4), Langenhoff (3), Thiery (2), Hövelbrinks, Lechtenberg, Meier (je 1), Tepfert, A. Swoboda, Möllmann

 

Ende des Mini-Tiefs in Duisburg

 

Seine Punkte-Diät beendete der TV Borken bei der GSG Duisburg. „Nach zwei Pleiten war dieser Erfolg Gold wert“, sagte André Slawski, Trainer des Landesligisten, nach dem 30:24 (15:13).

Borken war von Beginn an hellwach, ging mit 3:0 (4.) in Front und lag nur einmal, beim 7:8 (19.) im Hintertreffen. „Ansonsten haben meine Jungs das Spiel dominiert“, berichtete Slawski erfreut. Beim 24:18 (45.) führte der Gast erstmals mit sechs Toren und nahm diesen Vorteil mit über die Ziellinie.

Aufgrund großer Personalprobleme hatte Tim Westheider aus der Zweiten ausgeholfen und erzielte fünf Tore. Slawski: „Vor allem im Angriff hat er die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Borken aber überzeugte im Kollektiv. Speziell über die Außenpositionen entwickelte der Gast immer wieder große Gefahr.

TV Borken: J. Kirchner, Pagana (Tor); Arndt, Westheider (je 5), S. Kass (5/2), Frese (4), Reindl, L. Kirchner, Wienand (je 3), j. Slawski, Gesing, Kersting, Beckmann