Hendrik Tacke: „Wir finden immer pragmatische Lösungen“

Handball: Interview zum Lockdown mit dem Abteilungsleiter beim TV Borken

 

Der Amateursport ruht für einige Wochen, auch auf Sicht stehen viele Hallen-Disziplinen vor großen Herausforderungen. Hendrik Tacke, Handball-Abteilungsleiter beim TV Borken, schildert im Gespräch mit unserem Redakteur Martin Ilgen den Umgang mit Corona und seine persönlichen Hoffnungen auf bessere Zeiten

 

Abteilungschef Hendrik Tacke sagt: „Natürlich ist das vor allem für den Nachwuchs schade.“

Der Amateursport ruht für einige Wochen, auch auf Sicht stehen viele Hallen-Disziplinen vor großen Herausforderungen. Hendrik Tacke, Handball-Abteilungsleiter beim TV Borken, schildert im Gespräch mit unserem Redakteur Martin Ilgen den Umgang mit Corona und seine persönlichen Hoffnungen auf bessere Zeiten.

 

Schon eine Woche vor dem neuerlichen Lockdown hat der niederrheinische Verband die Saison unterbrochen. War das Verständnis dafür überall groß?

Tacke: Ja. Diese Situation hatte sich ja schon seit Saisonbeginn angedeutet. Bereits im September sind ja Begegnungen ausgefallen, und die Infektionszahlen gingen da ja schon wieder in die Höhe. Gott sei Dank hat unser Verband dann den Druck rausgenommen. Dafür hatten nicht nur alle Verständnis, diese Maßnahme wurde sogar begrüßt. Zumal die Unterbrechung ja nicht so überraschend kam wie damals im März.

 

„Natürlich ist es vor allem für den Nachwuchs schade“

 

Wie haben Kinder und Jugendliche den für Wochen gezogenen Stecker aufgenommen?

Tacke: Klar hat darüber niemand gejubelt. Aber die Entscheidung der Regierung zum Lockdown war alternativlos. Aber natürlich ist es vor allem für den Nachwuchs schade. Dem werden durch die fehlenden Begegnungen mit Team-Kollegen und -Kolleginnen soziale Kontakt genommen. Und das sind viele. Nicht zuletzt, weil wir in dieser Spielzeit ja lückenlos besetzt sind – mit 16 Jugend-Mannschaften, vom ältesten Nachwuchs bis runter zu den etwa Vierjährigen. Speziell unsere männliche A-Jugend hat sich so auf ihre erste Spielzeit überhaupt in der Regionalliga gefreut. Aber letztlich können wir froh sein, dass wir überhaupt gestartet sind. In unserem westfälischen Nachbarverband ging’s erst später los. Dort wanderten die Mannschaften fast übergangslos aus der einen Spielpause in die nächste.

 

„Ein erlaubter Trainingsbetrieb – das wäre schon mal was“

 

Haben Sie denn nun noch Hoffnung, dass vor Weihnachten zumindest wieder trainiert werden kann?

Tacke: Das wäre schön. Der Spielbetrieb ist das eine, das Training, in dem man sich zumindest mal wiedersieht, zusammenspielt, ein Teamgefühl bekommt, das andere. Ein erlaubter Trainingsbetrieb – ja, das wäre schon mal was. Aber ich befürchte, dass da in diesem Jahr nicht mehr viel laufen wird. Da will sich doch keiner den Schuh anziehen und die Schleusen wieder öffnen. Und auch wenn die Anti-Corona-Maßnahmen von oberster Stelle ab Dezember gelockert würden: Wir haben in den vergangenen Monaten doch erlebt, wie vorsichtig die Stadt ist. Und deren Hallen nutzen wir ja. Wir gehörten hier mit zu den letzten im Verbandsgebiet, bei denen eine begrenzte Zahl von Zuschauern zugelassen wurde.

 

„Unser Sport macht ja auch den Aktiven am meisten Spaß vor einer gewissen Kulisse“.

 

Und das Interesse des Publikums war gleich groß…

Tacke: Was uns zeigte, wie groß auch die Sehnsucht der Zuschauer nach Handball in Borken ist. Unser Sport macht ja auch den Aktiven am meisten Spaß vor einer gewissen Kulisse.

 

Glauben Sie denn daran, dass die Saison noch zu Ende gespielt werden kann?

Tacke: Ich bin da durchaus zuversichtlich. In dieser schwierigen Phase denke ich oft an das afghanische Märchen „Morgen ist Morgen“. Der Augenblick löst zwischenzeitlich und unvermittelt unsere bekannte Planungswelt ab. Wir aber finden immer pragmatische Lösungen.