Kein erneuter Ausflug in die Regionalliga für den TV Borken

Vor dem Quali-Turnier der A-Junioren hat sich der Klub bereits entschieden

 

Es ist nicht so, dass sie sich die zweithöchste deutsche Handball-Jugendspielklasse nicht erneut zutrauen. Aber trotzdem werden die A-Junioren des TV Borken abwinken, wenn sie kurzfristig gefragt werden.

 

Nur in drei Partien konnte Lars Schlusemann im Kreise seiner Borkener A-Junioren in der Vorsaison Regionalliga-Luft schnuppern.

„Das ist mit dem Team so besprochen. Und das macht Sinn“, sagt deren Trainer Tim Westheider vor dem Qualifikationsturnier in der Mergelsberg-Halle. Sechs Mannschaften bewerben sich dort am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr um die freie Auswahl. Denn die beiden Turnierbesten dürfen sich aussuchen, ob sie ab Herbst in der Oberliga oder sogar in der Regionalliga spielen wollen. Aber wie gesagt: Die Borkener Entscheidung ist bereits fix.

Dass sie auf zweithöchster deutscher Ebene mithalten können, das hatten sie in der Vorsaison bewiesen. Da hatten sich die A-Junioren erstmals in der Klubgeschichte für den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordrhein qualifiziert. Mit enormem Aufwand hatte sich die Mannschaft auf dieses Abenteuer vorbereitet. Doch sie kam nicht weit. Genauer gesagt nur bis zum 4. Oktober. Nach drei Partien war Endstation im Lockdown.

„Für die Jungs war das bitter. Für viele war’s die letzte Chance, so hochklassig spielen zu können“, sagt Westheider über die nicht wirklich stattgefundene Vergangenheit und leitet damit über zur problematischen Gegenwart. „In der Vorsaison hatten wir 18 Spieler, jetzt nur noch 13. Und von denen werden uns künftig drei zumindest im Training fehlen“, erklärt er. Die anderen zehn seien zwar von ihren individuellen Fähigkeiten her allesamt Regionalliga-tauglich. „Aber man ist im Spiel als Team nur so stark, wie man trainiert. Unsere Personaldecke ist einfach zu dünn, die Lage ist zu wacklig. Das ist uns alles zu riskant. Nicht zuletzt sollen die Jungs weiter Spaß an ihrem Sport haben. Und den könnten sie in der Regionalliga verlieren“, so Westheider weiter.

Der Coach gesteht jedoch, dass dem Team und schon gar nicht ihm die Entscheidung gegen die Regionalliga-Option leicht gefallen sei. Die traf Westheider letztlich, indem er eigene Interessen zurückstellte und die Situation durch die Brille der gesamten Abteilung betrachtete.

„Unser Fokus beim TV Borken liegt auf dem Seniorenbereich“, sagt er und weiß, dass vor allem Sven Esser, Trainer der Ersten, eine Vergrößerung seines Landesliga-Kaders durch Jugendspieler bestens gebrauchen kann. Hinzu kommt, dass Tim Waschkowski und Kjell Herbst in Dortmund ihr Studium beginnen werden. Tim Garriß wird ein Duales Studium starten und damit ebenso nur noch unter Vorbehalt zur Verfügung stehen. Ohne sie schrumpft der A-Junioren-Kader auf nur noch zehn Akteure.

„Zu wenig für die Zweitklassigkeit“, sagt Westheider. „Unsere Entscheidung war damit alternativlos.“ Dass ihm die durch das Verpassen der Regionalliga-Quali an diesem Wochenende vielleicht ohnehin abgenommen worden wäre, daran kann der Coach nicht wirklich glauben. „Wir bekommen es zwar mit den ambitioniertesten A-Junioren-Teams aus dem Kreis Wesel und dem Bergischen Kreis zu tun. Aber wir sind gut. Und speziell zuhause können wir jeden schlagen.“

Zuschauer sind übrigens beim Quali-Turnier in der Mergelsberg-Halle unter Einhaltung der 3-G-Regel zugelassen.