Slawski ärgert die Ungeduld des Verbands

Handball: Der TV Borken startet in die Landesliga-Saison, für den Coach ist die Zeit aber noch nicht reif

 

Hinein in die neue Landesliga-Saison geht‘s am kommenden Sonntag für die Herren des TV Borken. Die überqueren auf ihrer Dienstreise den Rhein und werden um 18.15 Uhr in Duisburg vom VfB Homberg II erwartet.

 

Wollen schnell in sicheres Fahrwasser der Landesliga gelangen: Die Handballer des TV Borken mit (oberer Reihe von links) Steffen Wienand, Eric Feldevert, Sebastian Kass, Johann Slawski und Maximilian Reindl. Mittlere Reihe von links: Co-Trainer Jens Bietenbeck, Maximilian Horbach, Leon Arndt, Marcel Beckmann, Simon Stegger und Trainer André Slawski. Untere Reihe von links: Jan-Hendrik Gesing, Lukas Kirchner, Jens Kirchner, Volker Rensing, Frederic Schwital, Sergei Frese und Carlo Kersting.

Wollen schnell in sicheres Fahrwasser der Landesliga gelangen: Die Handballer des TV Borken mit (oberer Reihe von links) Steffen Wienand, Eric Feldevert, Sebastian Kass, Johann Slawski und Maximilian Reindl. Mittlere Reihe von links: Co-Trainer Jens Bietenbeck, Maximilian Horbach, Leon Arndt, Marcel Beckmann, Simon Stegger und Trainer André Slawski. Untere Reihe von links: Jan-Hendrik Gesing, Lukas Kirchner, Jens Kirchner, Volker Rensing, Frederic Schwital, Sergei Frese und Carlo Kersting.

Die Vorfreude auf den Saisonstart hält sich bei André Slawski jedoch in engen Grenzen. Der Grund dafür ist die Haltung und Ungeduld des niederrheinischen Verbandes HVN. Denn Borkens Trainer hält in ungewissen und gefährlichen Zeiten den frühen Saisonstart „für äußerst fragwürdig“.

Die bloßen Fakten in der Landesliga sind diese: Ab Samstag begegnen sich 14 Mannschaften wöchentlich im Wettkampf. Unter welchen Bedingungen das geschieht, das ist allerdings eine Wissenschaft für sich, aus der die Liga nicht wirklich schlau wird. Auch Slawski nicht: „Die Hygienekonzepte sind teils stark unterschiedlich. In einigen Hallen sind Zuschauer erlaubt, woanders wiederum nicht“, weiß der Coach und berichtet aus seinen Kontakten mit seinem befreundeten Issumer Trainerkollegen Oliver Cesa: „In Issum soll man bereits umgezogen ankommen, Duschen und Kabinen sind komplett gesperrt.“

Aber das sei ja nur das Vorspiel, so Slawski, und er verbalisiert offenkundige Widersprüche: „Wir bekommen über den deutschen und regionalen Verband Anweisungen, die schlichtweg nicht praktikabel sind.“ Er zitiert: „Die Sportler sollen separate Eingänge nutzen und beim Betreten der Halle Masken tragen. Die Mannschaften sollen sich am Kabineneingang nicht begegnen und sich zeitversetzt zum Aufwärmen auf das Spielfeld begeben. Die Bänke sollen während der Pause desinfiziert werden. Spieler sollen sich nach Torerfolgen möglichst nicht abklatschen.“ Und so weiter. Ansagen, die definitiv der Hygiene dienen, in seinen Ohren jedoch praxisfremd sind. „Dass sich nach dem Anpfiff auf dem Feld etwa 20 Akteure mindestens vier Mal in den 60 Minuten auf engstem Raum im Vollkörperkontakt begegnen, das hebelt doch die zuvor genannten Maßnahmen komplett aus.“

Für den Borkener Coach ist die Zeit für den Handball im Ligabetrieb einfach noch nicht wieder gekommen. Drum hätte Slawski eindeutig für eine Verschiebung des Saisonstarts plädiert. Er fragt: „Warum verschieben denn wohl andere Regionalverbände den Saisonstart um vier Wochen? Ich denke, dort geht man einfach vorsichtiger vor.“ Und mit seiner Meinung, den Auftakt zu verschieben, befindet sich der Borkener übrigens in bester Gesellschaft. Profiklubs wie der THW Kiel oder die SG Flensburg-Handewitt sprechen sich gar für den Start der Bundesliga-Saison erst im Januar aus…

Der HVN aber zieht nun sein Ding durch und hält an den Planungen fest. Trotz allem. Und er trifft damit mit Sicherheit nicht nur bei Slawskis TV Borken auf wenig Gegenliebe.

Elf Wochen hatte sich der Vorjahrsvierte auf die neue Spielzeit vorbereitet. „Die Jungs geben im Training ein gutes Bild ab. Die anfänglichen technischen Probleme nach dem Lockdown sind so gut wie verschwunden“, berichtet Slawski von einem Team, in dem Marcel Beckmann Leon Arndt als Mannschaftsführer beerbt. Co-Kapitän ist Volker Rensing.

Der Coach spricht von einer „sehr starken“ Zusammensetzung der Landesliga. In der erwartet er Klubs wie den Aufsteiger Adler Bottrop, den TV Biefang oder den MTV Dinslaken II an vorderster Tabellenfront. „Für uns dagegen kann es nur heißen, möglichst schnell Punkte zu sammeln und in sicheres Landesliga-Fahrwasser zu gelangen“, sagt Slawski und hat aber über das Sportliche hinaus noch einen deutlich größeren Wunsch: „Hauptsache, wir kommen gesund von Spiel zu Spiel.“