Souveräner Sieg des TV Borken zu Bruckmaiers Abschied

Handball: Verbandsliga-Damen siegen mit 26:21, Landesliga-Herren unterliegen deutlich

Sonntag, 29. September 2019 - 14:24 Uhr

 

von Martin Ilgen

 

Nur acht Gegentore in der ersten Halbzeit, 13 dann in der zweiten. „Wir haben vor allem auf gute Kooperation im Abwehrverbund gesetzt“, sagte Michele Grimmelt, Trainer des TV Borken, der mit seinem Damen-Verbandsligisten auch im dritten Saisonspiel ungeschlagen blieb. Mit 26:21 (16:8) siegte Borken gegen den SSG Wuppertal/HSV Wuppertal II in einem Spiel, das für Torfrau Sabine Bruckmaier das letzte für lange Zeit war. Sie verabschiedete sich als Tabellendritte und zeigte ein letztes Mal, wie wertvoll sie als Typ und Akteurin für die Mannschaft ist.

 

Energisch setzt sich hier Astrid Heidt durch.

Den letzten Ball, den sie 19 Sekunden vor Spielende auf ihr Tor bekam, wehrte sie nicht einfach ab. Sie hielt das Spielgerät fest. Ganz so, als wollte sie den Ball mit auf ihre Weltreise nehmen. Und nach dem Spielende trugen ihre Mitspielerinnen sie auf Schultern. Ob sie nach ihrem mehrmonatigen Trip noch mal ins Tor der Borkenerinnen zurückkehrt, ist ungewiss. Denn dann steht vermutlich ein Studium an.

Bruckmaier bildete gegen den Aufsteiger aus dem Bergischen Land die letzte Instanz einer Abwehr, die kräftig zupackte, nur wenig Lücken bot, die Wuppertalerinnen vor allem in der ersten Halbzeit oft in Zeitspiel-Bedrängnis brachte. Und nach vorne ging’s rasant. Über ein 4:0 (5.) und 14:7 (25.) distanzierte sich Borken bereits bis zum Seitenwechsel klar vom Gast, der die Hälfte seiner acht Tore im ersten Durchgang von der Siebenmeter-markierung erzielte hatte.

Vor allem die aufmerksame und schnelle Esther Langenhoff stillte ihren großen Torhunger und kam insgesamt auf acht Tore.

Nach der Pause dehnte der heimische Verbandsligist seinen Vorsprung weiter aus. In der 50. Minute brachte Annemarie Saltapidas mit ihrem Treffer zum 25:15 Borken gar mit zehn Toren in Front. Es war die höchste Führung Borkens, das dann den Fuß vom Gaspedal nahm und dennoch als souveräner Triumphator aus der Begegnung hervorging. Und dann seine Torhüterin feierte – für ihre langjährigen Dienste und einen grandiosen letzten Eindruck. Bruckmaier und die Mannschaft hatten sich gegen Wuppertal gegenseitig beschenkt.

TV Borken: Bruckmaier (Tor); Langenhoff (8/2), Heidt (4), Stroick, Milsom-van de Loecht (je 3), Hövelbrinks, Hörnemann, Saltapidas (je 2), S. Möllmann, Nonhoff (je 1), N. Möllmann, Tepferd, Lechtenberg, Meier

 

Herren-Landesliga: „Blutleerer Auftritt“ treibt Slawski die Zornesröte ins Gesicht

 

Nach dem 17:29 (8:17) des TV Borken bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade II dauerte es, ehe André Slawski seinen Ärger in Worte fassen konnte und die in Sätze einsortieren konnte. Dann aber sprudelte es ihm nur so heraus: „Das war ein ganz schwacher und blutleerer Auftritt meiner Mannschaft. Der Gegner hat gegen uns eher ein lockeres Trainingsspiel gemacht. Kurz nach dem Anpfiff erklärten meine Spieler die Partie in den Köpfen schon für verloren. Das hatte nichts mit Handball zu tun, schon gar nichts mit unbedingtem Siegeswillen. Hätten die Gastgeber ihren Streifen konsequent durchgezogen, hätten wir uns auch über eine 13:38-Niederlage nicht beschweren dürfen.“

Schnell lag Hiesfeld/Aldenrade mit 8:2 (10.) in Front, immer wieder kamen die Hausherren völlig frei zum Abschluss. „Bis zum 5:16-Rückstand nach 22 Minuten hatten wir dem Gegner schon mindestens acht Mal den Ball im Angriff in die Hände gespielt. Und das ohne Not“, ärgerte sich Slawski, dessen Team sich bei seinem Schlussmann Volker Rensing bedanken durfte, dass es nicht noch höher verlor. Slawski stellte ernüchtert fest: Solche Spiele gibt es eben, die gehören dazu. Gegen Issum erwarte ich ein anderes Gesicht.“

TV Borken: Rensing, Schwital (Tor); Hendrischk (5/3), J. Slawski, Beckmann (je 3), Frese, Horbach (je 2), L. Kirchner, Gesing (je 1), Arndt, Feldevert, Wienand