Sven Esser: „Wäre gerne schon einen Tick weiter“

Neuer Coach hadert mit der Kaderbreite seines Landesligisten TV Borken

 

Vom Bezirksligisten HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg kam Sven Esser zum Landesligisten TV Borken. Bei dem trat er im Juni die Nachfolge von Trainer André Slawski an. Er will dessen Erbe aber nicht verwalten, sondern vermehren. In der laufenden Vorbereitung erlebe er nun jedoch eine „Berg- und Talfahrt“, sagt er. Esser gesteht: „Ich wäre gerne schon einen Tick weiter.“ Sein Problem ist ein typisches als Trainer eines Teams an der Schwelle vom Hobby- zum Leistungsbereich. Immer wieder muss er auf Spieler verzichten. Auf Urlauber, Studenten – und zu allem Überfluss auch noch auf Verletzte.

 

Erlebt eine Vorbereitung mit personellen Hindernissen: Borkens neuer Trainer Sven Esser.

Esser muss es nehmen, wie es ist. Und er ist nun froh, eine Perspektive zu haben. „Nächste Woche könnten wir zum ersten Mal komplett sein. Zumindest fast“, sagt er und blickt auf eine Zeit, die am kommenden Wochenende in einem Trainingslager mündet. Intensiv will er dann mit seinem Team arbeiten, Gespräche führen, zwei Tests bestreiten und vor allem seine Handball-Idee an den Mann bringen. „Danach sollen die Köpfe meiner Spieler rauchen und die Beine schwer sein.“

„Wir sind noch nicht da, wo ich eigentlich jetzt sein wollte“, sagt der hochklassig erfahrene Coach. „Aber ich bin mir sicher, dass wir die leichte Verspätung im Fahrplan noch aufholen können und spätestens am 19. September beim Auftakt gegen Lintfort eine schlagkräftige Truppe haben.“ Das Kreispokal-Spiel gegen den SV Friedrichsfeld eine Woche zuvor nimmt er zwar gerne mit. Das Brot- und Buttergeschäft sei aber nun mal die Liga. „Auf der liegt unser Fokus. Die vier Wochen bis dahin werden wir intensiv nutzen.“

Nicht ausgeschlossen ist’s aber, dass seine Mannschaft jedoch erst nach den Herbstferien ihr ganzes Potenzial entfalten kann und Essers Handschrift deutlich erkennbar wird. In den vier Partien bis dahin wird er nicht auf Simon Stegger zurückgreifen können, der ein Praktikum in Frankfurt absolviert. Esser hofft, dass spätestens dann auch wieder Jan-Hendrik Gesing und Carlo Kersting einsatzfähig sind. Beide plagen sich mit Knieproblemen herum.

Und so dezimierte sich sein Kader von ursprünglich einem Dutzend Feldspielern enorm. „Manchmal waren wir einstellig im Training, inklusive Torhüter“, so Esser. Einheiten in Kleingruppen haben zwar auch ihre Vorteile, sagt er, aber die Nachteile überwiegen: „Beim Einüben neuer Systeme muss ich häufig Dinge wiederholen. Wenn‘s um neue Laufwege geht – dafür muss man da sein.“

Der Borkener Coach hält Ausschau nach Alternativen. Und er profitierte dabei vom kurzen Draht zum Co-Trainer der Borkener A-Jugend. Leon Arndt spielt in seiner Mannschaft und schleust klubeigene Talente in die Trainingsgruppe des Landesligisten. Eine mittelfristige Lösung ist das aber nicht. Denn ab dem 4. September kämpf die A-Jugend um die erneute Teilnahme am Regionalliga-Spielbetrieb.

Trotz der Vorbereitung mit Hindernissen – Esser bleibt dabei: „Wir werden das bis zum Saisonstart schon hinbekommen.“ Und er hofft, dass sich kurzfristig auch über Testspielerfolge dieses „Gefühl“ (Esser) in seinem Team breit macht. In den bisherigen drei Tests blieb es sieglos: Gegen den Verbandsligisten HC TV Rhede unterlag es erst mit 26:28 und spielte im zweiten Vergleich remis (20:20). Gegen den westfälischen Landesligisten TV Vreden gab’s eine 19:26-Niederlage.