TV Borken setzt erste Duftmarke

Landesliga: Klarer 28:18 Auftaktsieg gegen den überforderten TuS Lintfort

 

Auf dem Platz an der Sonne hatte das Virus den TV Borken vor elf Monaten gestoppt, als erster Spitzenreiter der Landesliga macht der Klub nun einen Neuanfang. Problemlos hielten die Borkener beim 28:18 (15:9) den TuS Lintfort in Schach, setzte damit eine erste Duftmarke und sendeten dieses Zeichen an die Konkurrenz: Auch in der Saison 2021/2022 ist mit dem TV Borken zu rechnen.

Richtig gut sah dagegen schon die Übergabe der Gegenspieler in der Abwehr aus, zumal die langen Dominik Kutsch und Marcel Beckmann das Zentrum verriegelten und den Gast auf den Weg über die Außenbahnen schickte. Aber nur wenige der Lintforter Versuche von dort aus fanden den Weg an Volker Rensing vorbei in den Borkener Kasten.

 

„Mit 18 Gegentoren wird man nicht allzu viele Spiele in der Saison verlieren“, sagte Esser durchaus angetan von der Abwehrleistung, kam aber vor allem an einem der Seinen im Angriff bei seiner Manöverkritik nicht vorbei: Max Horbach. Nur der erste Abschluss des 26-Jährigen ging daneben. Anschließend kam Horbach auf 100 Prozent und steuerte insgesamt neun Tore zum deutlichen Borkener Sieg bei.

 

Nach 99 Sekunden hatte der vorherige A-Junior Dominik Kutsch den ersten Borkener Saisontreffer erzielt. Den konnte Lintfort zwar noch ausgleichen, biss sich dann aber an der Borkener Deckung die Zähne aus und musste die Gastgeber – trotz eines starken Rückhalts im eigenen Kasten – ziehen lassen. Über ein 7:3 (13.), machten sich die Gastgeber auf und davon und ließen in den ersten elf Minuten des zweiten Durchgangs keinen Gegentreffer zu. Da war die Partie beim 18:9 längst entschieden.

 

„Wir haben noch Luft nach oben. Aber das war schon ganz gut für den Anfang“, sagte Marcel Beckmann, der ebenfalls zuverlässig traf – wenn am Kreis alles dicht war, kraftvoll aus dem Rückraum.

 

In der Endphase aber war viel Platz auf dem Feld und – weil die Lintforter mitunter nur noch mit vier Feldspielern agieren durften – auch große Lücken in der Gäste-Verteidigung. Esser nutzte die Situation und wechselte kräftig durch. „Es war mir wichtig, dass alle Spielpraxis bekommen“, sagte er nach seinem Einstand nach Maß als Coach des ersten Tabellenführers der neuen Saison.

 

TV Borken: V. Rensing, Schwital, J. Kirchner; Horbach (9), Beckmann, Kutsch (je 4), J. Slawski, Arndt (je 3), L. Kirchner (2), Feldevert (je 2/1), Gesing (1), Herllenkamp, Dahlhaus

Nicht zu stoppen war der Borkener Max Horbach bei seinem Tordrang. Er erzielte neun Treffer zum Saisonstart gegen in des TuS Lintfort

Nach den ersten 60 Saison-Minuten in der Mergelsberg-Halle streckte André Slawski seine Faust zur Gratulation in Richtung seines Trainer-Nachfolgers Sven Esser. Und die Handball-Experten sprachen dann noch über eine Partie, die der TV Borken in ein paar Wochen, wenn das Team komplett und eingespielt ist, noch deutlicher gewonnen hätte. „Wir mussten uns aber erst mal an diese ungewohnte Situation gewöhnen. Ein Wettkampf vor Publikum. Da war viel Nervosität mit im Spiel“, sagte Esser, dessen Auswahl im Angriff nicht nur einige Abstimmungsprobleme hatte, sondern mitunter auch massig XXL-Chancen links liegen ließ. Esser: „Aber daran werden wir arbeiten, das können und werden wir noch besser machen.“