TV Borken startet die Reise ins Ungewisse

Handball: Damen-Verbandsligist ist heiß auf und gerüstet für den Saisonauftakt gegen den SC Waldniel

 

Oberliga-Abstieg 2018, Verbandsliga-Vizemeister 2019 und 2020. Da kann es doch eigentlich jetzt nur einen glasklares Anspruch der Handball-Damen des TV Borken geben. Der ist aber aus dem Mund von Trainer Jörg Levermann nicht zu hören. Und zwar ohne, dass er sich dabei auf die Zunge beißen muss.

 

Mit einigen neuen Gesichtern geht der Vizemeister der Vorsaison in die neue Verbandsliga-Spielzeit: (oben von links) Trainer Jörg Levermann, Luisa Hörnemann, Sandra Tepferd, Teresa Stroick, Maike Hörnemann, Larissa Meier, Sarah Milsom-van de Loecht und Trainer Michele Grimmelt sowie (unten von links) Maike Weitenberg, Bea Hövelbrinks, Anna Swoboda, Sabine Bruckmaier, Fabienne Rafael, Christin Nondorf, Sarah Möllmann, Esther Langenhoff. Auf dem Foto fehlen Johanna Künstler und Nicole Möllmann.

„Es gibt keine Vorgaben. Wir gehen da völlig offen rein. Die Saison war für uns dann eine gute, wenn wir Trainer das sehen, was wir der Mannschaft vermitteln wollten, taktisch vorgegeben haben. Aber vor allem auch dann, wenn die Spielzeit zu Ende gespielt werden kann.“ Mit einem Heimspiel gegen den SC Waldniel startet der TV Borken am kommenden Sonntag (11.15 Uhr) seine Reise ins Ungewisse. Ohne Zuschauer in der Mergelsberg-Halle. Und trotz der seltsamen Umstände freut sich Levermann auf ein Stück „Normalität“, die in Zeiten wie diesen in Anführungsstriche gehört.

Am 8. März, also vor fast genau einem halben Jahr, spielte der TV Borken zum letzten Mal um Punkte. Dann war Ruhe, ehe vor zehn Wochen die Levermann und Michele Grimmelt erste, vorsichtige Trainingseinheiten ansetzten. Da waren jahrelange Stützen wie Eva Westheider, Astrid Heidt, Annemarie Saltapidas, Fabienne Lechtenberg und Isabell Spangemacher nicht mehr dabei. „Ein Umbruch, der für uns eine große Herausforderung ist und der auch noch andauern wird“, erklärt Levermann, der in der im neuen Gesicht des Teams aber schnell das Potenzial entdeckte, das eine besondere Mannschaft ausmacht.

Wenige Tage vor dem Auftakt ins Saison-Programm sagt er nun: „Wir haben eine tolle Truppe beisammen. Die Stimmung ist super, die Trainingsbeteiligung irre gut.“ Er berichtete von einer „enormen Vorfreude“ des Teams auf den Start und davon, dass er den Spannungsbogen kaum noch halten könne.

Dabei sind die Trainer selber vermutlich am gespanntesten darauf, wo ihr Team steht, wie es sich im Wettkampfmodus schlägt, nachdem es in der Vorbereitung fast schon zu gute Leistungen zeigte. Vor allem der letzte Eindruck beeindruckte die Übungsleiter. Am Sonntag unterlag Borken zwar gegen den Oberligisten TV Biefang mit 29:33. „Aber wir befanden uns da im Trainingslager. Insgesamt zwölf Einheiten in der Woche zuvor hingen da in den Knochen unserer Spielerinnen. Und dann so ein Spiel, in dem jede über sich hinaus wuchs. Wahnsinn!“ Sein Fazit: „Wir sind also soweit. Es kann losgehen.“

Erst nach einer Handvoll Begegnungen könne man gleichwohl absehen, wo man sich leistungsmäßig in der Verbandsliga einordnen kann, so Levermann. Andere Teams, wie den VfL Rheinhausen, den TSV Kaldenkirchen oder den HC TV Rhede, sieht er in den Kampf um den Oberliga-Aufstieg involviert. Er sagt: „Ich gehe sehr zuversichtlich in die neue Saison, in der es Höhen und Tiefen geben wird.“ Levermann hofft jedoch, dass die Höhen überwiegen bei seiner Mannschaft, die mit Rückkehrerin Sabine Bruckmaier wieder einen äußerst verlässlichen Rückhalt im Kasten hat – und nun als erstes Waldniel vor der Brust hat.

Ein Gegner, an den die Borkener Trainer gute Erinnerungen haben. Denn als sie vor zwei Jahren hier ihren Job antraten, führte ihre erste Reise in den Kreis Viersen. Borken siegte – und beendete damals eine schier endlos erscheinende Niederlagen-Serie in fremden Hallen. Zum Auftakt trifft man sich nun wieder. In Borken.