Verbandsligist startet in die Pflicht

Handball: Damen des TV Borken müssen lange auf Lena Swoboda verzichten

 

Als Oberliga-Absteiger und damit gleichzeitig auch als einer der ersten Anwärter auf die Meisterschaft in der Verbandsliga befinden sich die Damen des TV Borken in der Endphase der Vorbereitung auf die Spielzeit, die am 8. September mit dem Duell beim SC Waldniel startet.

 

Nicht nur sichere Siebenmeter-Schützin, sondern auch Schlüsselspielerin bei den Verbandsliga-Damen des TV Borken: Eva Brun.

„Ja, wir wollen natürlich oben mit dabei sein“, sagt Michele Grimmelt, der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. Weil er sich in einer Art dualen Trainersystem während seine Erholungsphase in Kärnten auf seinen Partner Jörg Levermann aber verlassen konnte, musste sich die Mannschaft frelich nicht autodidaktisch auf den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb vorbereiten.

Die finale Phase im Vorfeld der Spielzeit aber begann für Mannschaft und Trainer mit einem Schock. Denn die Knieverletzung, die sich Lena Swoboda im Test gegen Vorwärts Wettringen Anfang des Monats zuzog entpuppte sich als Kreuzbandriss. Frühestens im letzten Saisondrittel kann die erfahrene und wurfgewaltige Rückraumspielerin wieder aktiv werden. „Frühestens“, wie Grimmel noch mal betont. „Mit Lena fällt eine Schlüsselspielerin aus, die perfekt in unser System gepasst hätte“, sagt Grimmelt, der ein 3-2-1-Abwehrsystem bevorzugt, „eine Art Räuberhandball“, wie er betont, und damit ein System, dass darauf basiert, den Gegner bei dessen Passspiel effektiv zu stören, und nach Ballgewinn überfallartig nach vorne zu spielen. Swoboda hatte zuvor in der Vorbereitung ausgezeichnete Fitnesswerte. Durch ihre lange Pause kommt Eva Brun eine noch wichtigere Rolle als Führungsspielerin zu. „Sie ist zwar bereits in bestechender Form“, so Grimmelt, „aber die Mannschaft darf sich auch nicht zu sehr auf sie verlassen.“

Auf absolute Verlässlichkeit kann das Trainerduo derweil im Tor bauen. Denn gleich drei starke Schlussfrauen haben die beiden identifiziert. Die erst 18-jährige Fabienne Rafael, als einziger Neuzugang aus Coesfeld, leistet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Position der Nummer eins vor allem mit Sabine Bruckmaier. „Das wird eine knappe Entscheidung“, sagt Grimmelt nachdenklich und zugleich dankbar. Und er freut sich über so manch weiteres Luxusproblem. „Denn auch auf dem Feld sind etwa zehn Spielerinnen leistungsmäßig auf hohem Niveau eng beisammen.“

„Wir sind sehr zufrieden mit der bisherigen Vorbereitung“, meint Grimmelt, der mit Levermann auf Abwechslung setzte. So leitete kürzlich ein Boxtrainer eine Konditionstrainingseinheit des TV Borken. „Ich denke, dass wir nach der Abstiegssaison – inklusive Trainerwechsel im Winter – auf einem sehr guten Weg sind, die Freude am Handball mit dem Leistungsgedanken zu vereinen“, sagt er.

Wie gut das schon gelungen ist, wird sich am kommenden Sonntag bei der ersten Pflicht zeigen. Dann kreuzt um 18 Uhr die HSG Bergische Panther zum Erstrundenspiel des niederrheinischen Pokals in der Mergelsberg-Halle auf. Ein Duell gegen den Oberligisten, das Grimmelt als „optimalen Härtetest“ vor dem Auftakt ins Kerngeschäft bezeichnet.