Der TV Borken beißt sich gegen Lürrip durch Verbandsliga: 27:24 – Gastgeber drehen Halbzeit-Rückstand

 

 

Lange lief der Motor des TV Borken nicht ruckelfrei. Dass Trainer Sven Esser nach dem verletzungsbedingten Ausfall eines Sextetts auch vor der gestrigen der Begegnung mit der Turnerschaft Lürrip tief in die Werkzeugkiste greifen musste, merkte man dem Spiel der Gastgeber an. Aber die konnten dann letztlich doch noch den Sonntag zu einem Feiertag machen und bogen das Spiel gegen die Mönchengladbacher noch in die gewünschte Richtung. Mit 27:24 (13:15) behielt der TV Borken die Oberhand und bestätigte damit auch in komplizierten personellen Zeiten den Anspruch auf eine Oberliga-Beförderung.

 

 

Mit Zug zum Tor: Der Lürriper Felix Semrau (links) kann dem Borkener fünffachen Torschützen Lukas Dahlhaus am Abschluss nicht mehr hindern. Erst nach dem Seitenwechsel konnte sich der TV Borken über einen zwischenzeitlichen 8:1-Lauf Richtung Sieg absetzen.

„In der Hinrunde haben wir gegen diese ersten drei Gegner einen Punkt weniger geholt“, stellte Esser nach dem nun vollzogenen Dreisprung in die Rückserie fest. Eine Niederlage gegen Süchteln, ein Remis in Wesel – und nun ein Sieg gegen Lürrip. „Das ist auch aufgrund unserer Verletzungsprobleme eine richtig gute Bilanz“, sagte Esser und freut sich über das spielfreie kommende Wochenende. „Da können wir etwas durchpusten.“

Gestern gegen den Tabellennachbarn war ein langer Atem gefragt, ein Kraftakt. „Die doppelte Überzahl war unser Türöffner“, sagte Esser über jene Phase Mitte der zweiten Halbzeit, in der die Hausherren aufbrausten und die zahlenmäßige Überlegenheit letztlich gewinnbringend nutzten.

Unmittelbar zuvor hatte sich Lürrip auf und davon gemacht, erspielte sich bis zum 18:14 (36.) einen ansehnlichen Vorsprung. Borken drohte der Kontaktabriss. Doch die Hausherren bäumten sich auf, kamen zurück, nutzten das doppelte Überzahlspiel mit 3:0 Toren inmitten eines 8:1-Laufs zum 22:19 (45.). „Und aus dieser Phase hätten wir sogar noch mehr machen können“, bedauerte Esser, der so manchen Tempogegenstoß der Seinen nicht formvollendet sah.

Die Gäste erholten sich von diesen überfallartigen Minuten jedoch nicht mehr. Spätestens als der starke Simon Stegger sieben Minuten vor Schluss zum 25:21 traf, war der Lürriper Widerstand gebrochen. Auch die offene Deckung half da den Niederrheinern in der Schlussphase nicht mehr. Der TV Borken, speziell Rechtsaußen Sergei Frese, fanden immer wieder Lücken.

Nach diesem siebten Saisonsieg aber sah es lange nicht wirklich aus. In der ersten Halbzeit funktionierten vor allem die Anspiele an den Kreis beim TV Borken nicht. Dazu kam so mancher Flüchtigkeitsfehler und ein Schlussmann Jens Kirchner, der erst sich erst gegen Ende der ersten 30 Minuten so richtig auszeichnen konnte. Lürrip übernahm da die Führungsarbeit, wurde die dann aber in der zweiten Halbzeit unfreiwillig los, weil der TV Borken da über konsequentere Deckungsarbeit, mehr Durchschlagskraft im Angriff zurück kam – und eben in jener Überzahlphase spielentscheidend auf der Höhe war.

TV Borken: J. Kirchner; Stegger, Kutsch (je 6), Dahlhaus (5/2), Beckmann, Frese (je 4), Wansing (2), J.-H. Gesing, Garriß, N. Reukes, Wiechmann, M. Reukes