Tränenreich ging es am Samstagabend bei den Handballerinnen vom TV Borken zu. Grund dafür war aber nicht etwa die spielerische Leistung des Oberligisten – die ließ gegen den TSV Kaldenkirchen zwar zu wünschen übrig, schlussendlich stand für die Blau-Weißen aber ein ungefährdetes 25:18 (10:12) gegen das Ligaschlusslicht. Vielmehr prägten die Szenen nach dem Schlusspfiff das Bild, schließlich hieß es für einige Akteure Abschied zu nehmen. Für sie war es – teilweise – das letzte Spiel vor eigenem Publikum im Borkener Dress.
„Wir haben kaum reingefunden, uns bis zur Pause äußerst schwer getan und vor dem gegnerischen Tor einige Fahrkarten geschossen.“
Borkens Trainerin Eva Westheider
So war die Partie gegen Kaldenkirchen für Noch-Trainerin Eva Westheider, die ebenfalls ihr letztes Heimspiel mit dem Oberligateam des TVB bestritt, schnell abgearbeitet: „Wir haben kaum reingefunden, uns bis zur Pause äußerst schwer getan und vor dem gegnerischen Tor einige Fahrkarten geschossen. Nach der Pause haben wir es etwas besser gemacht und uns den Sieg dadurch verdient.“ Deutlich bewegender waren aber auch für die scheidende Übungsleiterin die Momente danach, weshalb die spielerische Leistung an diesem Samstagabend kaum ins Gewicht fiel.
Technische Fehler und Fehlwürfe
Wie bereits in der Hinserie, hatte der TVB mit dem Tabellenletzten auch im zweiten Aufeinandertreffen lange Zeit Probleme: Gerade im Angriff konnten die Borkenerinnen ihre Stärken kaum zur Geltung bringen, leisteten sich neben technischen Fehlern auch manch einen Fehlwurf. So stand nach 30 Minuten ein bescheidenes 10:12 aus Sicht der Gastgeberinnen. Die passende Reaktion folgte aber nach dem Seitenwechsel, als schnell der Ausgleich erzielt und nachfolgend mit einem 6:0-Lauf gar die Führung übernommen wurde (20:14/47.). Von der eigenen Bestleistung war der TV zwar ein gutes Stück entfernt, jedoch genügte die Steigerung, um den TSV zu bezwingen.
Viele Abschiedstränen
So konnten die Momente des Abschieds auf dem Parkett der Berufskolleg-Sporthalle gemeinschaftlich genossen werden – auch wenn ein letztes Ligamatch noch auf den Oberligisten wartet, wenn es am Samstag abschließend zum SV Straelen geht. Mit diesem gibt Westheider ihr Amt offiziell ab, bleibt dem Verein aber zumindest wie manch andere erhalten. Währenddessen suchen Spielerinnen wie Esther Langenhoff oder Anneli Finke künftig höherklassig eine neue sportliche Herausforderung. Verkneifen konnten sie ihre Tränen des Abschieds allerdings nicht.
TV Borken: Walkenhorst; Hövelbrinks (2), Honderboom (2), Möllmann, Tepferd (3), Kramer (3), L. Hörnemann (1), Finke (5), Stroick (1), Meier (2), Thomzik (1), Pass, Langenhoff (5), Nondorf
Von Sebastian Helmke 08.05.2026 BZ