Nach 40 Minuten lagen die Verbandsliga-Handballer vom TV Borken noch hoffnungslos hinten. Dann zündete die Summen-Sechs den Turbo und entführte am Ende bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade II doch noch einen Zähler.
Dank einer wahnsinnigen Aufholjagd hat sich der TV Borken im Auswärtsspiel bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade II einen Punkt gesichert. Der Verbandsligist um Trainer Christian Summen trennte sich vom Dinslakener Konkurrenten nach 60 umkämpften Minuten mit 22:22 (11:8). Für die Kreisstädter hatte das Remis neben dem einfachen Punktgewinn jedoch vor allem einen emotionalen Wert, wie Summen befand: „Für uns ist es ein gefühlter Sieg. Da gebührt der gesamten Mannschaft ein riesiges Kompliment. Was die Jungs zum Schluss abgerissen haben, ist unglaublich. Wir haben so viele Verletzte und Angeschlagene und kommen dennoch so gut zurück.“
„Für uns ist es ein gefühlter Sieg. Da gebührt der gesamten Mannschaft ein riesiges Kompliment.“
TVB-Coach Christian Summen
Denn eigentlich war die Gastpartie der Borkener schon so gut wie verloren – nach einer zunächst akzeptabel verlaufenden Anfangsphase geriet der TVB immer deutlicher in Rückstand. Zwar musste das Summen-Team bis zum Pausenpfiff nur elf Gegentore hinnehmen, sodass der TV-Coach vor allem die geleistete Abwehrarbeit und den stark aufgelegten Sven Böger im Tor positiv hervorhob. „Acht eigene erzielte Tore sind aber viel zu wenig“, haderte Summen mit der eigenen Chancenverwertung.
Schwache erste Hälfte
Diese ließ gegen Hiesfeld/Aldenrade einmal mehr zu wünschen übrig und sorgte dafür, dass die Gäste auch nach dem Seitenwechsel vor allem mit sich selbst zu kämpfen hatten. „Wir kommen schwach aus der Kabine, liegen eigentlich schon klar hinten“, so Summen mit Blick auf das 9:17 nach 40 Minuten. Was dann jedoch folgte, war aller Ehren wert: So ergab sich der Verbandsligist nicht etwa in sein Schicksal, sondern stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Pleite. „Wir haben uns nochmal eingeschworen und die Abwehr etwas umgestellt“, führte Borkens Trainer aus.
Reukes setzt den Schlusspunkt
Und die Maßnahme fruchtete: Während die eigene Defensive sattelfest wirkte und kaum mehr ein Durchkommen ermöglichte, zog der TVB im Angriff nochmal das Tempo an und verkürzte den Rückstand immer weiter. 90 Sekunden vor dem Ende lag das Borkener Team zwar noch immer mit drei Toren hinten, kämpfte aber um jeden Ball und opferte sich voll auf. Die HSG wackelte, wirkte völlig verunsichert – und die Borkener hatten das Momentum auf ihrer Seite. Schließlich netzte Reukes mit dem letzten Tor zum umjubelten Ausgleich ein.
TV Borken: Böger, Graf, Weck (2), Arndt (2/1), Ebbing (3), Wienand (1), Beckmann (3), M. Reukes, N. Reukes (3), Frese, Schnelting (2), Stegger (3), Wansing (3), Wiechmann
Erstellt von der BZ Sebastian Helmke 06.02.2026