Für den TV Borken war es ein gebrauchter Samstag. In der Männer-Verbandsliga mussten die Kreisstädter dem Lokalrivalen HCTV Rhede im Derby den Sieg überlassen, während die Borkener Frauen beim Tabellenführer HSV Überruhr chancenlos waren.
Verbandsliga Männer
TV Borken - HCTV Rhede 23:28 (11:13)
Alles war angerichtet für ein Handballspiel der besonderen Art. Vor mehr als 200 Zuschauern lief der TV Borken am Samstagabend im Verbandsligaderby gegen den HC TV Rhede auf. Die Rahmenbedingungen stimmten in einer stimmungsgeladenen Berufskolleg-Sporthalle also – einzig mit der eigenen Leistung konnten sich die Borkener schlussendlich nicht zufrieden geben. Denn anstelle des erhofften Derbysiegs kassierte der TVB ein 23:28 (11:13). „Rhede war an diesem Tag einfach etwas besser, das müssen wir anerkennen“, zeigte sich Borkens Trainer Christian Summen einsichtig, „sie haben sich cleverer angestellt.“
Dabei sollte es jedoch in den 60 durchaus umkämpften Spielminuten nicht bleiben, denn auch in Sachen Biss und Toreffizienz waren die Gäste aus Rhede dem TVB ein Stück voraus. Während sich die Hausherren zwar bemüht zeigten und insbesondere in der Schlussphase nochmal alles in die Waagschale warfen, die vielen Angriffsversuche aber zu oft in Fehlwürfen und Ballverlusten endeten, machte der Gegner die Treffer zum richtigen Zeitpunkt. „Wir waren zeitweise zu weit von unserem Gegner entfernt, kamen nicht so gut in die Zweikämpfe“, so Summen, „nach dem Seitenwechsel haben wir zunächst überhaupt nicht mehr in die Partie gefunden. Das ist am Ende dann einfach zu viel.“
„Rhede war an diesem Tag einfach etwas besser, das müssen wir anerkennen.“
Christian Summen, Trainer des Männer-Verbandsligisten TV Borken
Verlief die Anfangsphase zunächst noch ausgeglichen, wie ein 6:6 nach 13 Minuten belegte, so verbuchte der Gast nachfolgend leichte Vorteile auf dem Hallenparkett und erspielte sich mit Spielwitz und Routine einen knappen Pausenvorsprung. Dieser war auch HCTV-Schlussmann Manuel Mittelmann zu verdanken, der die Borkener mit etlichen Paraden schon in Durchgang eins verzweifeln ließ. Und auch nach der Halbzeitpause sollte sich daran kaum etwas ändern – nur vier weitere Tore erzielte der TVB bis zur 48. Minute und geriet in der Konsequenz mit 15:23 immer in Rückstand. Erst dann berappelten sich die Blau-Weißen nochmal, kamen mit einigen wuchtigen Angriffen immerhin auf vier Tore ran (54.) und bewiesen Moral. Die ganz große Aufholjagd blieb jedoch aus.
TV Borken: Boeger, J. Gesing (2), F. Gesing, Ebbing (2), Wienand (4), Beckmann (4), M. Reukes, N. Reukes (3/2), Dahlhaus, Frese (2), Schnelting (1), Stegger (2), Wansing (3) und Wiechmann
Oberliga Frauen
HSV Überruhr - TV Borken 38:17 (17:9)
Etwas wahrhaftig Positives aus dieser Partie zu ziehen, dürfte auf den ersten Blick gewiss schwer fallen. Schließlich standen die Oberliga-Handballerinnen vom TV Borken am Samstagabend mit dem Gastspiel bei Spitzenreiter HSV Überruhr vor einer äußerst hohen Hürde und kassierten letztlich ein deutliches 17:38 (9:17), was angesichts der komplizierten Voraussetzungen aus TVB-Sicht den Erwartungen entsprach. Mit nur zehn Spielerinnen war man angereist – die kamen jedoch ihrer Pflicht nach und dürften vor allem mit dem ersten Drittel der Partie gar nicht mal so unzufrieden sein.
Denn: Wenngleich die Anzeigetafel am Ende einen überdeutlichen Heimsieg zugunsten des HSV auswies, der wohl kaum mehr vom Aufstieg in die Regionalliga abzuhalten sein wird, so dürften zumindest die ersten zwanzig Minuten den Essenerinnen nicht wirklich gefallen haben. So wehrte sich der Gast aus Borken mit aller Kraft und hielt bis zum 7:10 den Anschluss (19.). Erst danach – und begünstigt durch eine Verletzung von Leah Baron, die als einzige Torhüterin mitgereist war – zog Überruhr davon. „Wir mussten dadurch eine Feldspielerin ins Tor stellen, haben uns insgesamt vielleicht etwas unter Wert verkauft“, kommentierte Borkens Trainerin Eva Westheider die Partie.
Gerade in den zweiten 30 Minuten taten sich die Blau-Weißen immer schwerer darin, einen echten Offensivdrang zu entwickeln und für weitere Torerfolge zu sorgen. Bea Hövelbrinks, die notgedrungen zwischen den Pfosten aushalf, und ihre Mitspielerinnen verdienten sich nach Ansicht ihrer Trainerin aber in jedem Fall Fleißpunkte. „Wir haben uns bis zum Schluss nicht aufgegeben, sondern gekämpft“, so Westheider. Nun gilt es, schnell einen Haken hinter der Partie setzen und den Fokus auf die kommenden Ligaaufgaben richten
TV Borken: Hövelbrinks (1), Honderboom (1), Tepferd (2), Kramer (1), Brands, Hörnemann (1), Stroick (2), Langenhoff (9/4), Nondorf, Baron
Erstellt von der BZ Sebastian Helmke 06.02.2026