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Erzielte am Samstag drei Tore für den TVB: Simon Stegger.
Fulminante Aufholjagd wird belohnt
Nach 40 Minuten lagen die Verbandsliga-Handballer vom TV Borken noch hoffnungslos hinten. Dann zündete die Summen-Sechs den Turbo und entführte am Ende bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade II doch noch einen Zähler.
Dank einer wahnsinnigen Aufholjagd hat sich der TV Borken im Auswärtsspiel bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade II einen Punkt gesichert. Der Verbandsligist um Trainer Christian Summen trennte sich vom Dinslakener Konkurrenten nach 60 umkämpften Minuten mit 22:22 (11:8). Für die Kreisstädter hatte das Remis neben dem einfachen Punktgewinn jedoch vor allem einen emotionalen Wert, wie Summen befand: „Für uns ist es ein gefühlter Sieg. Da gebührt der gesamten Mannschaft ein riesiges Kompliment. Was die Jungs zum Schluss abgerissen haben, ist unglaublich. Wir haben so viele Verletzte und Angeschlagene und kommen dennoch so gut zurück.“
„Für uns ist es ein gefühlter Sieg. Da gebührt der gesamten Mannschaft ein riesiges Kompliment.“
TVB-Coach Christian Summen
Denn eigentlich war die Gastpartie der Borkener schon so gut wie verloren – nach einer zunächst akzeptabel verlaufenden Anfangsphase geriet der TVB immer deutlicher in Rückstand. Zwar musste das Summen-Team bis zum Pausenpfiff nur elf Gegentore hinnehmen, sodass der TV-Coach vor allem die geleistete Abwehrarbeit und den stark aufgelegten Sven Böger im Tor positiv hervorhob. „Acht eigene erzielte Tore sind aber viel zu wenig“, haderte Summen mit der eigenen Chancenverwertung.
Schwache erste Hälfte
Diese ließ gegen Hiesfeld/Aldenrade einmal mehr zu wünschen übrig und sorgte dafür, dass die Gäste auch nach dem Seitenwechsel vor allem mit sich selbst zu kämpfen hatten. „Wir kommen schwach aus der Kabine, liegen eigentlich schon klar hinten“, so Summen mit Blick auf das 9:17 nach 40 Minuten. Was dann jedoch folgte, war aller Ehren wert: So ergab sich der Verbandsligist nicht etwa in sein Schicksal, sondern stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Pleite. „Wir haben uns nochmal eingeschworen und die Abwehr etwas umgestellt“, führte Borkens Trainer aus.
Reukes setzt den Schlusspunkt
Und die Maßnahme fruchtete: Während die eigene Defensive sattelfest wirkte und kaum mehr ein Durchkommen ermöglichte, zog der TVB im Angriff nochmal das Tempo an und verkürzte den Rückstand immer weiter. 90 Sekunden vor dem Ende lag das Borkener Team zwar noch immer mit drei Toren hinten, kämpfte aber um jeden Ball und opferte sich voll auf. Die HSG wackelte, wirkte völlig verunsichert – und die Borkener hatten das Momentum auf ihrer Seite. Schließlich netzte Reukes mit dem letzten Tor zum umjubelten Ausgleich ein.
TV Borken: Böger, Graf, Weck (2), Arndt (2/1), Ebbing (3), Wienand (1), Beckmann (3), M. Reukes, N. Reukes (3), Frese, Schnelting (2), Stegger (3), Wansing (3), Wiechmann
Erstellt von der BZ Sebastian Helmke 06.02.2026

Beim 29:25-Heimerfolg gegen den VfL Rheinhausen durfte sich Sandra Tepferd zweimal in die Torschützenliste eintragen.
Der TVB-Zug hat keine Bremsen
Mit einem 29:25-Heimerfolg gegen den favorisierten VfL Rheinhausen haben die Oberliga-Handballerinnen vom TV Borken am Samstagabend den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft.
Die Handballerinnen vom TV Borken bleiben in der Oberliga weiter auf der Überholspur. So zeigten die Blau-Weißen auch am 15. Spieltag eine beeindruckende Leistung und setzten sich verdientermaßen mit 29:25 (18:12) gegen den VfL Rheinhausen durch. Für die Sieben von Trainerin Eva Westheider war es nicht nur eine Bestätigung des Aufwärtstrends – mit dem Erfolg verbesserte sich der TVB auch auf Rang acht und führt mit diesem nunmehr die zweite Hälfte des Tableaus an. „Dass uns Tabellenvierte als Gegner scheinbar liegen, wussten wir ja schon vorher“, schmunzelte Westheider und verwies auf eine interessante Statistik. Immerhin war es schon das vierte Duell gegen einen etwaig platzierten Ligakonkurrenten, das an die Kreisstädterinnen ging. Grundsätzlich läuft es für den Oberligisten schon seit Wochen ziemlich rund, nachdem sich der Saisonstart zunächst noch allzu holprig gestaltete.
„Dass uns Tabellenvierte als Gegner scheinbar liegen, wussten wir ja schon vorher.“
TVB-Trainerin Eva Westheider
„Die erste Halbzeit war stark, insgesamt ist dem ganzen Team ein Kompliment zu machen“, resümierte Westheider, deren Schützlinge sich gegen Rheinhausen schon in den ersten Aktionen bissig und mit der nötigen Konsequenz präsentierten. So fiel es dem VfL immer wieder schwer, die Abwehrkette des TVB zu überwinden. Anders die Borkenerinnen, die aus allen Positionen den Abschluss suchten und den Gegner damit permanent unter Druck zu setzen wussten. Die schnelle 8:3-Führung (12.) entsprach somit keinem Zufallsprodukt und beim Pausenpfiff lag man sogar mit sechs Treffern vorne.
Gegner unnötig stark gemacht
Erst nach dem Seitenwechsel fand sich der Gast aus Duisburg auf dem Parkett nochmal besser zurecht und kam dem TVB sogar bedrohlich nah – nachdem dieser angesichts eines Vorsprungs von acht Toren schon fast wie der sichere Sieger aussah. Jedoch kassierte das Westheider-Team schmerzliche Zeitstrafen und zeigte sich plötzlich fehleranfälliger. „Damit haben wir den Gegner unnötig stark gemacht“, befand die Übungsleiterin des TV, „wir haben uns selbst unter Druck gesetzt und Aktionen zu überhastet abgeschlossen.“
Allerdings kippte die Partie trotz eines knappen 26:24 in der Schlussphase nicht mehr, da sich die Gastgeberinnen im entscheidenden Moment wieder aufzubäumen wussten. So wurde der Sieg über die Ziellinie gebracht.
TV Borken: Spangemacher, Hövelbrinks (4), Honderboom, Möllmann (1), Tepferd (2), Kramer, Brands (1), L. Hörnemann (1), Saltapidas (2), Meier (3), Langenhoff (10), Nondorf, M. Hörnemann (5), Baron
Erstellt von der BZ Sebastian Helmke 06.02.2026

Finale furioso: Jan-Hendrik Gesing erzielte mit der Schlusssirene das Tor zum Sieg und sorgte für Ekstase auf der Borkener Bank.
Jan-Hendrik Gesing hat das letzte Wort
Ein irres Heimspiel endete für den TV Borken am Samstag mit einem atemberaubenden Sieg in allerletzter Sekunde. Dabei drehten die Kreisstädter gegen den SV Neukirchen ein fast schon verloren geglaubtes Spiel und setzten sich noch mit 29:28 (12:16) durch. TVB-Coach Christian Summen resümierte: „Es war ein sehr kompliziertes Spiel. Aber wir haben die Punkte.“
Das Hinspiel zum Saisonstart hatte Borken beim39:24 gegen den Rangelften klar gewonnen. Von einer Wiederholung der Geschehnisse war das Summen-Team nun jedoch weit entfernt: Schon die Anfangsphase zeigte auf, dass sich beide diesmal auf Augenhöhe begegnen sollten. „Unser Problem lag wieder im Angriff“, verwies Summen auf eine Vielzahl von Fehlwürfen der Seinen, weshalb die Gastgeber zwischenzeitig zwar mit 12:11 führten (22.), den knappen Vorsprung bis zur Pause jedoch mehr als nur einbüßten.
Borkener setzen alles auf eine Karte
„Wir haben auf die Eindrücke der ersten Halbzeit reagiert und unsere Spielidee angepasst“, so Summen, dessen Mannschaft nach dem Viertore-Rückstand immer wieder mit zwei Kreisläufern agierte und die Defensive der Gäste unter Druck zu setzen versuchte. Zwar kamen die Hausherren, angeführt von einem stark aufgelegten Sven Boeger im Tor, schnell auf zwei Tore heran, jedoch warf die mangelnde Effizienz in der Offensive den TVB wieder zurück (20:24/49.). So setzten die Borkener am Ende alles auf eine Karte, verteidigten offen und suchten das schnelle Umschaltspiel.
Siegtor mit der Schlusssirene
Inmitten der sich anbahnenden Aufholjagd ging zu allem Überfluss Lukas Dahlhaus zu Boden, der unglücklich umknickte und mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen blieb. Für Borkens Spielmacher war die Partie vorzeitig beendet – nicht jedoch für seine Mitstreiter, die merklich auf die Zähne bissen die Halle mit starken Aktionen für sich gewinnen konnten. So übernahm der TVB 23 Sekunden vor dem Ende tatsächlich wieder die Führung (28:27) und hatte auf den späten Ausgleich der Gäste nochmal eine Antwort, als Jan-Hendrik Gesing den Ball mit der Schlusssirene aus dem Halbfeld im leeren Neukirchener Tor unterbrachte. Der anschließende Jubel kannte keine Grenzen. „Ich habe nur von irgendwem gehört, dass das Tor leer sei – und blind geworfen“, sagte der Siegtorschütze freudestrahlend.
TV Borken: Boeger, Gesing (4), Weck (1), Arndt (3), Ebbing (3), Beckmann (5), M. Reukes, N. Reukes (1), Dahlhaus (8/3), Frese (1), Schnelting (2), Stegger, Wansing (1)
Erstellt von der BZ Sebastian Helmke 01.02.2026

Anstatt am Bildschirm das EM-Endspiel Deutschland gegen Dänemark zu verfolgen, ging es für den Frauen-Oberligisten TV Borken (hier mit Sandra Tepferd und Teresa Stroick) am Sonntag zeitgleich um 18 Uhr in Bocholt auf die Platte. Der TSV sah sich nicht in der Lage, die Meisterschaftspartie zu verlegen.
Oberliga-Alltag statt EM-Finale
In die Röhre schauten am Sonntagabend die Handballerinnen vom TV Borken. Anstatt das EM-Finale zwischen Deutschland und Dänemark live im Fernsehen zu verfolgen, musste der Oberligist beim TSV Bocholt um Meisterschaftspunkte spielen.
Die Handball-Europameisterschaft 2026 ist seit Sonntagabend in den Büchern. Dabei hat die Kontinentalmeisterschaft einmal mehr für viel Spannung gesorgt und insbesondere hierzulande durch beeindruckende Leistungen der Deutschen Nationalmannschaft ein Millionenpublikum vor die Fernsehgeräte gelockt. Kaum verwunderlich also, dass in den hiesigen Handballverbänden sogar Meisterschaftspartien im Amateurbereich verlegt wurden, um die entscheidende Finalpartie gegen Dänemark am Sonntagabend live verfolgen zu können. Nicht aber das Ligaspiel des TV Borken, dessen Oberliga-Frauen genau zeitgleich beim TSV Bocholt antreten mussten. Während andere also sonntags um 18 Uhr den deutschen Stars zuschauten, duellierte sich das Team um Trainerin Eva Westheider mit dem TSV im Derby um zwei Punkte.
Bei den Borkenerinnen sorgte die Entscheidung im Vorfeld für großen Frust – schließlich baten die Blau-Weißen ebenfalls um Verlegung. Seitens des gastgebenden Bocholter Vereins wurde der Vorschlag jedoch abgelehnt, sodass der TVB zum Antreten gezwungen war. Andernfalls wären die Zähler dem Ligakonkurrenten kampflos zugesprochen worden. „Ich war dadurch das gesamte Wochenende ziemlich bedient“, erklärt Westheider, die sich durchaus gefrustet zeigt: „So ein Endspiel mit entsprechender Beteiligung ist für viele ein absolutes Highlight. Dass die deutsche Mannschaft das Finale erreicht hat, ist grandios. Natürlich hätten wir die Partie deshalb nur zu gerne angeschaut.“
Seitens des hiesigen Handballverbands Nordrhein werden Spielverlegungen aus besagten Gründen problemlos akzeptiert. Sanktionen drohen den betroffenen Vereinen in diesem Fall nicht. Allerdings begründeten die Bocholter ihren Standpunkt mit personellen Voraussetzungen, weshalb keine Einigung zwischen den Teams erzielt werden konnte. „Wir haben ihnen vieles angeboten“, berichtet Westheider, „wir hätten schon morgens dort antreten können, hätten auch einen Termin unter der Woche in unserer Halle zur Verfügung gestellt. Selbst einer Doppelbelastung an einem Wochenende hätten wir zugestimmt.“ Nichts von alledem war jedoch gewollt. So bleibt auf Seiten der Borkenerinnen ein bitterer Beigeschmack, auch wenn sich die Trainerin darum bemüht, Verständnis für die Entscheidung des Gegners aufzubringen: „Schade ist es aber schon. Zumal festzuhalten bleibt, dass es in diesem Spiel nicht wirklich um etwas geht. Wir spielen weder um den Aufstieg, noch gegen den Abstieg.“ Für Genugtuung dürfte auf Borkener Seite zumindest das Ergebnis gesorgt haben, immerhin setzten sich die Gäste hauchdünn mit 26:25 durch und nahmen dadurch zwei Punkte mit nach Hause. „Wenigstens die letzten zehn Minuten des Finalspiels konnten wir noch gemeinsam in der Kabine verfolgen“, so Westheider. Zwar setzte sich Gastgeber Dänemark am Ende klar und wohl auch verdient durch, jedoch ist der Stolz über die Leistung des DHB-Teams ungebrochen. Und die Enttäuschung auf Seiten des Borkener Klubs groß, dass das Endspiel um den Titel nicht im gewünschten Rahmen verfolgt werden konnte.
„Ich war dadurch das gesamte Wochenende ziemlich bedient.“
TVB-Trainerin Eva Westheider
Erstellt von der BZ Sebastian Helmke 02.02.2026

„Die Nachfrage war sofort sehr groß“, berichtet Theresa Röttger (hintere Reihe, 3. von rechts), Initiatorin des Glücksteams beim TV Borken. Noch vor der Winterzeit wurde der Trainingsbetrieb aufgenommen. Mittlerweile musste ein vorläufiger Aufnahmestopp verhängt werden.
Borkener Glücksteam: „Das läuft hier“
Das Glücksteam des TV Borken erfreut sich großer Beliebtheit. Dieses Inklusionsprojekt der Handball-Sparte bietet Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf eine sportliche Heimat. So groß ist die Nachfrage, dass die Initiatoren sogar einen vorläufigen Aufnahmestopp verhängen mussten.
Viele Spielstationen, bunte Luftballons und strahlende Kindergesichter. Wer dem Glücksteam des TV Borken einen Besuch abstattet, der wird unweigerlich etwaige Feststellungen treffen. Der Betrieb rund um die Inklusionsmannschaft der Handball-Sparte des Borkener Klubs, die im vergangenen Jahr als Teil der „Glücksliga“ ins Leben gerufen wurde und den Trainingsbetrieb noch vor der Winterzeit aufgenommen hat, läuft mittlerweile auf Hochtouren. Und das Angebot, das sich insbesondere an Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf richtet, erfreut sich einer großen Beliebtheit. Sogar so sehr, dass die Initiatoren um Theresa Röttger einen vorläufigen Aufnahmestopp verhängen mussten.
Große Nachfrage
„Die Nachfrage war sofort sehr groß“, erzählt Röttger, die reges Interesse von allen Seiten verzeichnen durfte, als sie im Sommer des vergangenen Jahres mit der Idee an den Verein herangetreten ist. „Sowohl der Hauptverein als auch wir als Handball-Abteilung waren völlig angetan von der Sache“, führt TVB-Abteilungsleiter Holger Waschkowski aus, „es ist einfach unglaublich toll, was hier auf die Beine gestellt wird. Es verdient Aufmerksamkeit und die volle Unterstützung.“
Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Fokus
Denn die Thematik, die hinter der Idee der „Glücksliga“ steckt, ist anspruchsvoll und erfordert viel Herzblut: So stehen vor allem Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Fokus, ihnen soll ein entsprechendes Angebot geschaffen werden. Röttger: „Die meisten von ihnen wollen einfach nur dabei sein, sie wollen Teil der Gemeinschaft sein und ganz normal ihrer Freude für sportliche Aktivitäten nachgehen.“
Ursprung des Projekts in Dänemark
Seinen Ursprung hat das noch vergleichsweise junge Projekt in Dänemark, wo die dort beheimatete Nationalspielerin Rikke Nielsen im August 2017 die „LykkeLiga“ ins Leben rief und in Aalborg das erste Handballteam für behinderte Kinder gründete, die „Aalborg Kidz“. Kinder, die in die bestehenden Angebote nicht hineinpassten. Heute umfasst allein die Mannschaft aus Aalborg 60 Kinder. Und nachdem der Trend sich 2021 auf Deutschland ausbreitete, gehören der Vereinigung mittlerweile 43 Vereine aus der gesamten Republik mit weiterhin zunehmendem Trend an.
Sechs Trainerinnen und Trainer
Wo also Teile der Gesellschaft sich schwer tun oder gar wegschauen, da gucken Röttger und ihre Mitstreiter genauer hin und machen genau in dieser Nische den Kern ihrer ehrenamtlichen Arbeit aus. „Die Kinder sind absolut herzlich. Natürlich muss man abwägen, wer vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit bedarf, aber wir sind hier alle mit viel Freude dabei“, führt die Borkenerin aus. Sechs Trainerinnen und Trainer stehen dem Inklusionsteam zur Seite, die für die Planung und Gestaltung verantwortlich zeichnen. Neben Röttger sind dies Hans Krautwurst-Rusch, Maria Daufenbach, Sarah Lütkenhaus und Sarah Arnold.
„Ich habe ein super Team um mich herum“
Der sechste im Bunde ist Antonius Heling – für viele einfach nur „Toni“. Der 22-Jährige ist der jüngere Bruder von Theresa Röttger und hat selbst das Down-Syndrom. Trotzdem – oder gerade deshalb – wurde er zum „Cheftrainer“ benannt und lebt diese Rolle mit voller Leidenschaft aus.
„Das läuft hier“, kommentiert er breit grinsend, „ich habe ein super Team um mich herum. Und ich bin hier gerne Trainer.“ So folgt er den Übungen und Spielstationen aufmerksam und steht den rund 16 Kindern, unter denen gleichermaßen Betroffene, Autisten und jene mit anderen Krankheitsbildern sind, mit Rat und Tat zur Seite. „Manchmal spiele ich auch etwas mit“, meint Toni, „vor allem helfe ich aber den anderen.“ Ergänzt wird das Betreuungsteam durch die beiden 13-jährigen Jule Röttger und Anna Daufenbach.
„Wir wachsen gemeinsam in diese Rolle hinein.“
Trainer Hans Krautwurst-Rusch
„Somit können wir eine gute Betreuung gewährleisten. Wir haben darüber hinaus den Vorteil, dass viele von uns entsprechende berufliche Erfahrungen mitbringen“, ergänzt Röttger. Sie selbst ist Physiotherapeutin, kann überdies auf die fachlichen Kompetenzen von einem Krankenpfleger, einer Gesundheits- und Krankenpflegerin und zwei Ergotherapeutinnen bauen, die beide an der Förderschule unterrichten. Arnold ist dort zudem Fachlehrerin mit Förderschwerpunkt.
Im Umgang mit Menschen sind sie somit vertraut und haben auch medizinisches Know-How. „Den Rest bringen wir uns quasi selbst bei“, führt Krautwurst-Rusch an, „da gibt es niemanden, der uns anleitet. Bestimmt wird es Schulungsangebote geben, in erster Linie sind wir aber als Team kreativ und wachsen gemeinsam in diese Rolle hinein.“
Gemeinschaft und Zusammenhalt
Sportlich soll es in den wöchentlichen Trainings durchaus zur Sache gehen. Gemeinsames Aufwärmen und Bewegungsspiele stehen ebenso auf der Todo-Liste wie auch die Ballgewöhnung, handballspezifische Übungen und die Förderung von Koordination und Motorik – alles auf spielerische Art und Weise. Die meisten Kinder tragen schon den Trainingsdress des Borkener Glücksteams und sorgen damit für ein einheitliches Bild.
Ein Bild, das von Gemeinschaft und Zusammenhalt zeugt, wofür eben jenes Projekt stehen soll – ganz unabhängig von körperlichen und geistigen Voraussetzungen.
Erstellt von der BZ 28.01.2026 Sebastian Helmke
